Gewitter

... warum das für unsere Hunde so schwer ist

Für Hunde ist ein Gewitter ein verheerendes Erlebnis. Hunde empfinden elektirsche Ladung wesentlich stärker als wir, sie hören viel besser als wir und im Gegensatz zu uns können sie sich das Ereignis nicht erklären und sind nicht dazu im Stande sich selbst in Sicherheit zu bringen. Mit anderen Worten: sie sind einem überwältigenden Ereignis schutzlos ausgeliefert.

Hat ein Hund einmal Angst vor Gewottern entwickelt, dann wird es schwer, diese Angst wieder loszuwerden. Warum? Ängste werden rasend schnell mit gleichtzeitig auftretenden Ereignissen verknüpft. Da reicht manchmal ein einziges Vorkommnis und die Angst sitzt fest verankert mit bestimmten Geräuschen, sichtbaren Reizen oder Gerüchen in unser Gehirn gespeichert.

Will man solche Ängste wieder loswerden, ist es notwendig, diese Reize kontrolliert zu präsentieren und den verängstigten Hund Schritt für Schritt immer unter der Reaktionsschwelle an die auslösenden Reize heranzuführen. Dabei ist dafür zu sorgen, dass es dem Hund während der Präsentation der Reize gut geht und er ganz entspannt sein kann.

Und hier liegt der Hase im Pfeffer: wir können Gewitter nicht kontrollieren. Bestünde die Angst nur im Zusammenhang mit Donner wäre es einfach. Her mit der Geräusch-CD, auf unterste Lautstärke gedreht und dann auf ins Entspannungstraining. Aber so einfach ist das nicht. Gewitter besteht aus: Blitzen (Lichtreize), Donner, Gerüchen, elektrischen Ladungen, Wetter, Luftfeuchtigkeit, .... das alles können wir nicht reproduzieren. UND wir können bis zu Verminderung der Angst den Hund nicht davor bewahren doch wieder in ein Gewitter zu geraten. Das können wir also nicht verhindern. 

Und für alle, die jetzt sagen "Mein Hund hat keine Angst im Gewitter!". Gewitterangst kann langsam aber sicher entstehen. Zunächst ist sie noch klein, aber bei jedem Gewitter kann es schlimmer werden. Also ruht euch bitte nicht darauf aus. Das Gleiche gilt übrigens für Silvester!

Darum ist es so wichtig, dafür zu sorgen, dass der Hund möglichst gar nicht erst in eine Gewitterangst gerät.

Was tun?

Es kündigen sich Gewitter an? Dann bitte nichts wie nach Hause oder in eine sichere Unterkunft. Sorgt für den Hund für einen sicheren Ort. Viele Hunde lieben Höhlen. Wenn euer Hund das mag und danach fragt, dann gewährt ihm Körperkontakt, vielleicht hilft ihm eine Decke unter der er sich verkriechen kann.

Bitte schließt die Fenster und sorgt dafür, dass der Hund Blitz und Donner so wenig wie möglich wahrnimmt. Ruhige Musik, die den Donner übertönt, kann auch sehr hilfreich sein. 

Wer konditionierte Entspannung trainiert hat, bringt nun alle Entspannungssignale ins Spiel: Gerüche, Geräusche, die Entspannungsdecke, den Relaxo Dog, das Thundershirt oder was auch immer in Eurem Werkzeugkasten für die Entspannung gelandet ist. Wer noch nicht so viele Werkzeuge hat, der nimmt dies zum Anlass, viele Entspannungssignale aufzubauen. 

Hunde die noch keine Angst haben und während eines Gewitters noch recht fröhlich sind, profitieren bei weit entfernten Gewittern von Knallerpartys: Jeder Donner kündigt eine Handvoll Leckerchen zum suchen an. Kommt das Gewitter sehr nah, wird es aber auch dafür vielleicht zu viel.

Unterstützt euren Hund! Social Support ist ein Verhalten bei fast allen sozialen Lebewesen und es macht keinen Sinn diesen dem Hund zu verweigern.

Was hilft NICHT?


Bitte ignoriert Euren Hund nicht, wenn er Angst hat. Er braucht eure Hilfe und sei es nur eure Anwesenheit. Jeder Hund, der es mag, angefasst zu werden, profitiert davon, dass bei Berührung Oxitocyn ausgeschüttet wird. Dieses Hormon hilft beim Stressabbau und fördert die Bindung zwischen euch und eurem Hund. Also auf, wenn der Hund es mag, dann gewährt ihm Körperkontakt. 

"Da muss er durch, er muss sich daran gewöhnen!" - tja, so funktioniert Gewöhnung aber nicht. Gewöhnung tritt dann ein, wenn ein neuer Reiz wahrgenommen und als unwichtig abgespeichert wird. Tritt während der Wahrnehmung ein Erregungszustand im Gehirn ein passiert aber genau das Gegenteil: Sensibilisierung. Das heißt: der Reiz wird immer bedeutsamer, wichtiger und wird in Zukunft immer stärker wahrgenommen. Wenn ihr also wollt, dass euer Hund sich an Gewitter gewöhnt, dann sorgt für Entspannung! Ein ängstlicher Hund wird immer jedes Gewitter immer schlimmer empfinden, sofern er es in diesem Zustand durchleben muss. 

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