Wenn Menschen sagen, mein Hund soll lernen alleine zu bleiben, dann denke ich oft: ist doch einfach, Tür auf und zu und schon fehlt der Mensch. Hund ist alleine. Das Problem ist doch ein ganz anderes: Der Hund vermisst seinen Menschen, und aus verschiedenen Gründen kann der Hund mit der Trennung nicht umgehen.
Unbefriedigte Bedürfnisse: Sehr viele Bedürfnisse in seinem Leben kann sich ein Hund nur mit Dir befriedigen: Futter bekommen, mit Freunden spielen, mit dir spielen, kuscheln, sich lösen, ... u.v.m. Klingt ein wenig traurig? Ist es auch. Wenn nun eins oder mehrere von diesen Bedürfnissen noch nicht befriedigt sind und du verlässt das Haus, dann bedeutet das Stress. Denn jetzt weiß der Hund, dass er nicht bekommt, was er braucht oder sich wünscht. Und da er auch nicht wissen kann, wann du wieder zurück kommst, ist das für ihn nur schlecht auszuhalten.
Erwartungsunsicherheit: Du machst dich fertig, um das Haus zu verlassen und deine Hündin hat kein eindeutiges Signal, ob sie jetzt mitgehen kann oder nicht. Sie weiß auch nicht, ob du sehr bald wiederkommst oder ob du länger wegbleiben wirst. Das ist beunruhigend. Darum kann sie sich nicht in Ruhe hinlegen und schlafen. Statt dessen bleibt sie wach und wartet darauf, dass sie endlich wieder weiß, wo sie dran ist.
Barrierefrustration: Deine Hündin ist allgemein davon gestresst, wenn sie durch eine Barriere zurückgehalten wird. Wenn du nun weggehst und sie dir nicht folgen kann, fühlt sie sich unwohl und kommt nicht zur Ruhe.
Trennungsstress: All das kann dazu führen, dass deine Hündin im Laufe der Zeit enormen Stress aufbaut, wenn du sie verlässt. Hinzu kommt, dass ca 50% aller Hunde mit Trennungsstress auch unter Geräuschängsten leiden. Und obendrein gibt es eine genetische Grundlage dafür, dass ein Hund mehr oder weniger zu Trennunsstress neigt. Auch Schmerzen können die Wahrscheinlichkeit von Trennungsstress erhöhen.